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UFC 79: Nemesis

DVD-Rezension

Veröffentlicht am: 16.06.2008, 01:00 Uhr
Kategorie: DVD-Rezension
Verfasser: Woodstock
Sechs Jahre haben MMA Fans in aller Welt auf dieses Duell gewartet. Chuck Liddell, erfolgreichster Halbschwergewichtler der UFC Geschichte, trifft auf Wanderlei Silva, der wegen seines brutalen und kompromisslosen Kampfstils den Kampfnamen „Axtmörder“ trägt. Endlich klärt sich, worüber jahrelang wieder und wieder diskutiert wurde. Liddell oder Silva, welcher dieser Ausnahmekämpfer kann sich im direkten Duell zweier Legenden durchsetzen?

Selbst die Tatsache, dass sowohl Silva als auch Liddell keinen ihrer letzten Kämpfe für sich entscheiden konnten, konnte die Vorfreude, die die gesamte MMA Welt erfasst zu haben schien, nicht bremsen. Neben dem Legendenstatus, den beide Kämpfer zweifellos innehaben, machen auch die Kampfstile der beiden Kontrahenten das Duell so interessant. Silva, die unnachgiebige Kampfmaschine, die gnadenlos nach vorne marschiert und dabei weder sich noch seinen Gegner schont, trifft auch Liddell, den wohl besten Konterboxer, der jemals ins Octagon gestiegen ist. Ein Feuerwerk schien vorprogrammiert und wurde dann auch abgefackelt. Ein Kampf, der zweifellos allen Erwartungen gerecht wird und jedem MMA Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Und dann ist da ja auch noch der Main Event. Richtig, der Main Event. Das Duell zwischen Silva und Liddell ist nicht der Hauptkampf. Denn eigentlich sollten UFC Welterweight Legende Matt Hughes auf seinen Erzrivalen Matt Serra, den amtierenden Welterweight Champion, treffen. Beide Männer hatten sich im Vorfeld als Trainer der sechsten „Ultimate Fighter“ Staffel gegenseitig zur Weißglut getrieben und so eine Menge Werbung für das geplante Duell gemacht, doch nur einen Monat vor dem Kampf verletzte sich Serra unglücklicherweise am Rücken. Eine Katastrophe!

Eine Katastrophe? Nein, eine Gelegenheit. Eine Gelegenheit für George St. Pierre, den Frankokanadier, der Hughes einst den Welterweight Title abnahm, nur um ihn dann kurz darauf wieder überraschend an eben jenen Matt Serra zu verlieren, gegen den Hughes eigentlich hätte kämpfen sollen. Auch Hughes hatte St. Pierre schon einmal schlagen können, sodass es in diesem Duell nicht nur um den Interims Welterweight Title ging, sondern auch um die Frage, wer der bessere Kämpfer ist: Hughes oder St. Pierre? Angesichts der Qualitäten der beiden Kämpfer entwickelt sich auch hier ein packender Kampf, der einige interessante Entwicklungen bietet. Genau wie Liddell und Wanderlei Silva schaffen es St. Pierre und Hughes den Erwartungen, die um den Kampf herum aufgebaut wurden, gerecht zu werden.

Angesichts dieser beiden Weltklassekämpfe ist der Rest vom Fest eigentlich nur Makulatur, will der Vollständigkeit halber auch hier erwähnt werden. Schließlich würde es auch fast schon an Frevel grenzen Lyoto Machidas starken Auftritt gegen den hochgehandelten Sokoudjou zu verschweigen. Oder auf die Hass geladene Auseinandersetzung zwischen Rich Clementi und Melvin Guillard, bei dem selbst das Interview nach dem Kampf noch zum Highlight mutiert. Den Mantel des Schweigens würde ich dagegen gerne über den Kampf zwischen Eddie Sanchez und Soa Palelei hüllen. Der war nämlich so schlecht, dass Palelei danach entlassen wurde.

Dennoch liefern Sanchez und Palelei nur den zweitschlechtesten Kampf des Abends ab. Getoppt wird das Drama nämlich noch von Dean Lister und Jordan Radev. Ersterer ist zwar auf dem Boden weltklasse, verlegt sich hier aber auf seine kümmerlichen Boxfähigkeiten, was angesichts der Tatsache, dass sein Gegner gar nichts macht, für den geneigten Zuschauer zur echten Qual. Wesentlich solider sind da schon Doug Evans und Mark Bocek sowie Tony DeSouza und Roan Carneiro, die zwei grundsolide Kämpfe abliefern. Manny Gamburyan macht derweil kurzen Prozess mit seinem Gegner Nate Mohr, während James Irvin und Luiz Cane eine Nummer fürs Kuriosenkabinett abliefern, indem sie es schaffen ein DQ Finish auf die Beine zu stellen.

Als Bonusmaterial gibt’s mal wieder einen Blick hinter die Kulissen der großen Kampfveranstaltung. Matt Hughes, George St. Pierre, Chuck Liddell und Wanderlei Silva reden dabei nicht nur über ihre Kämpfe, sondern liefern dem Zuschauer einen Einblick in die letzten 48 Stunden vor einem Kampf. Neben dem englischen Kommentar von Joe Rogan und Mike Goldberg gibt’s auch eine französische Tonspur, zu deren Qualität ich mich allerdings nicht äußern kann, da ich sie mir nicht angehört habe. Warum auch, ich kann ja kein Französisch. Ton- und Bildqualität sind in Ordnung, das Menü ist simpel, aber übersichtlich. Versteckte Extras gibt es nicht. Oder sie sind so gut versteckt, dass ich sie nicht gefunden habe.

Fazit: Mit dem Jahrhundertduell zwischen Wanderlei Silva und Chuck Liddell sowie dem hochklassigen Welterweightduell zwischen Matt Hughes und George St. Pierre gibt es hier gleich zwei Kämpfe, die sich ein echter UFC Fan nicht entgehen lassen sollten. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Kämpfe der Mid- und Undercard nicht immer auf höchstem Niveau sind.


Übersicht und technische Daten

George St. Pierre vs. Matt Hughes
Chuck Liddell vs. Wanderlei Silva
Eddie Sanchez vs. Soa Palelei
Lyoto Machida vs. Sokoudjou
Melvin Guillard vs. Rich Clementi
James Irvin vs. Luiz Cane
Manny Gamburyan vs. Nate Mohr
Dean Lister vs. Jordan Radev
Tony DeSouza vs. Roan Carneiro
Doug Evans vs. Mark Bocek

Bonusmaterial: UFC 79 Behind The Scenes

Kauf DVD erhältlich ab: 26.05.2008
Label: FightDVD / rough trade Distribution
System: PAL
Sprachen: Englisch, Französisch
Untertitel: -
Laufzeit: 184 Minuten (inklusive Bonusmaterial)
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