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Eric Schwarz: Der große Traum des 'kleinen Kackers'

Personalie

Veröffentlicht am: 23.10.2005, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: The Mountie
Vor 21 Jahren saß ein neun Jahre altes Kind aus der Karnevalshauptstadt Mainz vor dem Fernseher und sah die Superstars der World Wrestling Federation auf dem US-Militärsender AFN in Aktion. Seit diesem Schlüsselerlebnis arbeitet der bekennende WWE-Mark Eric Schwarz darauf hin, selbst ein Superstar bei der McMahon-Company zu werden. Soeben ist der – wie er selbst zu sagen pflegt – „kleine Kacker“ von einst seinem Traumziel ein großes Stück näher gekommen: Am 17. November bestreitet Schwarz ein Tryout im britischen Manchester: „Ein Traum ist wahr geworden.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der heute 30-Jährige bei der WWE vorstellig wird. Schon im Jahr 1998 sollte er ein Tryout-Match bestreiten. Dummerweise jedoch organisierte die damalige WWF am selben Abend einen Spaßkampf zweier lokaler Journalisten, die mit überdimensionalen Boxhandschuhen aufeinander losgingen. Weil die beiden ganze dreißig Minuten dafür brauchten, war keine Zeit mehr für Schwarz in Aktion zu treten: „Aber man konnte sich dann ja wenigstens die Show umsonst angucken, das war ja auch schon mal was.“

Im April diesen Jahres sollte sich Schwarz dann noch einmal beweisen dürfen: Bei einer internationalen Heat-Ausgabe, die im britischen Birmingham aufgezeichnet wurde, trat er zusammen mit Domino gegen das metrosexuelle Tandem The Heart Throbs an – und verlor natürlich.

Anfänge im Hart-Dungeon

Trotzdem scheint er die WWE-Oberen genug beeindruckt zu haben, dass diese nun wieder auf ihn zurückkommen. Kein Wunder: Schwarz hat sein Handwerk von den besten gelernt. Nachdem er sich in seiner Jugend als Boxer, Hand- und Footballer verdingte, siedelte Schwarz 1996 für sechs Monate nach Kanada über, um sich im legendären Dungeon der Hart-Familie malträtieren zu lassen. Hauptsächlich waren Brets ältere Brüder Ross und Keith die Schwarz bei Stampede betreuten, aber auch das inzwischen verstorbene Familienoberhaupt Stu nahm Schwarz ab und zu in die Mangel: „Man kennt ja die ganzen legendären Geschichten“, erklärte Schwarz augenzwinkernd.

Bei diesen Voraussetzungen war es nur logisch, dass sich Schwarz auch in Europa schnell seine ersten Lorbeeren erntete. Bei der CWA verdiente sich Schwarz 1998 die Ehrung als „Rookie of the Year“, leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Noch im selben Jahr schloss die einst größte deutsche Promotion ihre Pforten. Die größten Erfolge feierte er jedoch in der ACW. Besonders seine Fehde gegen den US-Koloss Big Tiger Steele blieb hierbei im Gedächtnis – die jedoch auch beinahe das Karriere-Ende für Schwarz bedeutete.

In einem Match gegen Steele zog er sich einen Splitterbruch an beiden Unterarmknochen zu und überlegte ernsthaft, seine Stiefel an den Nagel zu hängen. Schwarz gab seinen Traum jedoch nicht auf und feierte ein erfolgreiches Comeback: Am 28. September 2002 nahm er Steele nach einer erbitterten Fehde den ACW Heavyweight Title ab.

Unbequeme Ansichten und Hang zum Klartext

Während Schwarz den Großteil seiner Karriere der Publikumsliebling war spielte er im Ausland und zuletzt auch in Deutschland des öfteren den Heel – und das mitunter beängstigend gut. In der wXw brachte er die Fans im September vor seinem Match gegen Joe E. Legend derart gegen sich auf, dass es bis heute unvergessen ist: „Jeder einzelne hat mich gehasst und tut es noch immer.“

Doch auch außerhalb des Rings macht sich der Top-Techniker nicht nur Freunde: Schwarz ist bekannt dafür, seine oft unbequemen Ansichten auch deutlich zu artikulieren und schonungslos seine Finger in die Wunden der europäischen Szene zu legen. Speziell Backyarder („Shitheads“) und allzu kritische Smartmarks („Bullshitchanter“) fasst er nicht gerade mit Glacéhandschuhen an. Schwarz – im Hauptberuf selbstständiger Unternehmer – macht auch keinen Hehl daraus, dass er nur dann in den Ring steigt, wenn es sich für ihn rechnet: „Deswegen bin ich wohl ein arroganter Arsch bei den Pseudo-Promotern und Spritgeld-Wrestlern“, merkte er hierzu in seiner Kolumne in der „Power Wrestling“ an. Seinen Hang zum Klartext wird Schwarz sich wohl ein Stück weit abgewöhnen müssen, wenn er es in der WWE tatsächlich zu etwas bringen will.

Das Gesicht von Eric Schwarz ist übrigens nicht nur Wrestling-Fans bekannt: Schwarz hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Fernsehauftritte bei diversen Sendungen absolviert: Beim „Alphateam“, dem früheren Pro7-Talker Andreas Türck und verschiedenen Gerichts- und Crime-Show – also so ziemlich allem, was unter der Rubrik „Trash“ firmiert. Böse Zungen könnten jetzt anmerken, dass auch das nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine WWE-Karriere sind.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
LexLuger4ever schrieb am 01.04.2008:
[8.0] "Interessant und abwechslungsreich verfasste Personalie, die einen guten Blick in das Leben des zur Zeit besten deutschen Wrestlers gewährt."
Obermacker schrieb am 06.08.2007:
[10.0] "Hier wird die Karriere des deutschen Topmannes realistisch beschrieben."

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