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Rhino: Eine kaputte Vase wird zum Karriere-Sprungbrett

Personalie

Veröffentlicht am: 24.10.2005, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: Henne
Liga: Total Nonstop Action Wrestling
Drei Siege in drei Matches bei einer Show – eine solch imposante Leistung schaffen nicht viele. Rhino gewann gestern bei Total Nonstop Action Wrestlings bisher größtem PPV Bound for Glory nicht nur drei Matches, sondern gewann auch noch im Main Event der Show fair gegen Jeff Jarrett und sicherte sich so den prestigeträchtigen NWA World Heavyweight Title. Der Kanadier trägt sich damit in eine illustre Liste von Wrestling-Legenden wie zum Beispiel Ric Flair, Harley Race oder Terry Funk, die diesen Titel bereits gehalten haben.

Erste Erfahrungen in Kanada

Terry Gerin, so sein richtiger Name, war bereits zu High School Zeiten sehr sportlich. Er spielte 8 Jahre Football bevor er sich 1994 im Alter von 19 Jahren dem Wrestling verschrieb. Er begann sein Training bei der Border City Wrestling Promotion in Kanada, deren Besitzer Scott D’Amore ist. D’Amore sollte später in seiner Karriere noch eine große Rolle spielen. Rhino Richards, wie er sich zuerst nannte, sammelte also seine ersten Erfahrungen in der kanadischen Independent Szene und traf dort bereits auf die heutigen WWE Superstars Edge und Christian. Später bildeten diese gemeinsam mit Joe E. Legend, Bill Skulion und Professor Maxwell das anti-amerikanische Heelstable Thug Life.

Doch Rhino trat nicht nur in Nordamerika an, sondern wagte auch den Sprung nach Europa, wo er unter anderem für die deutsche, mittlerweile nicht mehr existierende CWA in den Ring stieg. Hier konnte er zusammen mit Legend und auch mit Jean-Pierre Lafitte mehrere Tag Team Titles gewinnen. Nach einem Jahr in Europa kehrte er jedoch in die USA zurück und bestritt im Juni 1998 sein erstes Match in einem WWE Ring – ein Dark Match gegen Breyer Wellington.

Letzter World und TV Champion der ECW

Danach wurde ein gewisser Paul Heyman auf ihn aufmerksam und nahm ihn nach einigen Probematches unter ECW Vertrag. Von nun an wurde er nur noch Rhino genannt. Anfangs wurde er vom King of Old School Steve Corino gemanagt und teamte einige Zeit mit Jack Victory. Dieses Tag Team war allerdings nicht sehr erfolgreich, sodass er im Ende 1999 anfing sich als Singles Wrestler zu etablieren. Im Jahr 2000 gewann er den TV Title von Yoshihiro Tajiri. Diesen Titel verteidigte er einige Zeit, unter anderem auch gegen Größen der Liga wie Rob Van Dam und New Jack. Er verlor ihn für kurze Zeit an Kid Kash, konnte ihn sich im November 2000 aber zurückholen.

Am 7. Januar 2001 gewann er seinen bis dato wichtigsten Titel. Beim letzten ECW PPV Guilty as Charged konnte er den Sandman besiegen und wurde so ECW World Champion. Kurz darauf ging Extreme Championship Wrestling Pleite, so dass Rhino sowohl als letzter TV Champion als auch letzter World Champion der Promotion in die Geschichte einging. Diese Erfolge sollten ihm helfen kurz darauf einen WWE Vertrag zu ergattern.

Bei seinem Debüt in der McMahon Promotion wurde er in Rhyno umbenannt. Er wurde wiedervereint mit seinen alten Freunden Christian & Edge und half den beiden bei seinem ersten Auftritt die Hardy Boyz zu besiegen. Der erste WWE Titel den er gewann war der Hardcore Title. Während der Invasion Storyline kehrte Rhyno sozusagen zu seinen Wurzeln zurück und wurde Teil des Alliance Stables. Er konnte auch ein weiteres Titelmatch gegen Tajiri gewinnen – dieses Mal ging es um den US Title. Allerdings war dies vorerst sein letzter Titelgewinn, denn nachdem er diesen im Oktober 2001 an Kurt Angle verlor, musste er sich am Nacken operieren lassen und fiel über ein Jahr aus.

Sein Comeback feierte er erst im Jahr 2003 an der Seite von Chris Benoit. Das Team konnte nie einen Titel gewinnen und so kam, was kommen musste: eine Fehde der beiden. Nachdem Rhino in dieser Fehde den Kürzeren gezogen hatte, dümpelte er eine Weile in der Midcard herum. Den Sommer des Jahres 2004 verbrachte mit seinem alten Gegner Tajiri in einem Team bei dem Versuch die WWE Tag Team Title zu gewinnen - erfolglos.

„Er hätte Millionen wert sein können“

Ende März 2005 konnte er sich dann seine Papiere abholen. Auf der Aftershow Party von Wrestlemania XXI wurde er seinem Spitznamen Man-Beast gerecht. Nach einem Streit mit seiner Noch-Ehefrau zerstörte er wutentbrannt vor den Augen von einigen Fans eine Vase in einer Hotellobby bevor er zügig den Raum verließ. Dieses Verhalten und der Umstand, dass das WWE-Management nicht völlig von seinem Charisma, seinem Look und seiner Workrate überzeugt war führten zu seiner Entlassung. „Er hätte Millionen für sie wert sein können“, seufzte sein alter Kumpel Joe E. Legend im Interview mit Cagematch.de

Nur kurze Zeit später tauchte er jedoch wieder bei RAW auf um den ECW One Night Only PPV zu promoten. Bei diesem PPV bestritt er ein Match gegen Sabu. Danach debütierte er bei TNA, wo in der Zwischenzeit sein alter Trainer und Mentor Scott D’Amore das Bookingruder übernommen hatte, was für seine weitere Karriere keine schlechte Voraussetzung sein sollte. Er nannte sich nun auch wieder Rhino, half Jeff Jarrrett in dessen Match gegen Raven und verbündete sich danach mit Jarrett.

Nach mehreren spotlastigen Hardcore Matches, um nicht zu sagen ECW Style Matches, in denen Rhino sein gesamtes Potential abrufen konnte, kam nun sein großer Auftritt. Kevin Nash musste auf Grund eines Krankenhausaufenthaltes sein Titelmatch gegen Jeff Jarrett absagen und ein neuer Herausforderer musste her. Rhino gewann ein Monster’s Ball Match gegen Jeff Hardy, Sabu und Abyss, bevor er sich auch in einem 10 Men Gauntlet Match durchsetzen konnte und somit als Gegner von Jeff Jarrett fest stand. Im Mainevent der Show hieß es dann schon nach etwas mehr als 5 Minuten „Gore! Gore! Gore!“ und Rhino hatte das Match gewonnen. So schnell kann es also gehen, von einem gefeuerten Midcarder, der sein Können in der einen Promotion nicht zeigen durfte, zum gefeierten World Champion der Konkurrenz-Promotion innerhalb von einem halben Jahr. Solche Geschichten schreibt nur das Wrestling.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
Excellence of Execution schrieb am 18.10.2010:
[8.0] "Ein Überblick über Rhinos Schaffen - so kompakt wie Rhino selbst^^. Die Behauptung von Joe E. Legend entbehrt aber nicht einer unfreiwilligen Komik."

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