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Chris The Bambikiller: Ein Rehtöter auf dem Weg nach oben

Personalie

Veröffentlicht am: 28.10.2005, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: The Mountie
Chris Raaber hat nach allgemeinem Kenntnisstand in seinem Leben noch keine Rehe getötet. Trotzdem lautet sein Spitzname „The Bambikiller“. Ein tieferer Sinn steckt jedoch nicht dahinter: „Es ist nur ein Name. Ich habe ihn ausgesucht, weil man ihn nicht vergisst.“ Nun will Bambi dafür sorgen, dass auch Vince McMahon seinen Namen nicht mehr vergisst: Am 17. November bestreitet Österreichs Vorzeige-Wrestler im englischen Manchester ein Tryout für die WWE.

Mit überzogenen Erwartungen geht Bambi jedoch nicht an seine große Gelegenheit: „Ich sehe das ganze sehr nüchtern, es ist eine Chance mich zu zeigen und so werde ich das auch handhaben“, erklärte er gegenüber Cagematch.de: „Ich werde wie immer hart trainieren und mich in bestmöglicher Form präsentieren!“

Bambis größter Wunschgegner aus der WWE wäre Ric Flair, „aber auch Edge würde mich reizen“. Der Mann, auf den sich Bambi jedoch am meisten freuen würde, ist der Road Agent Fit Finlay: „Er ist ‚pound for pound’ der beste Wrestler, der je einen ring betreten hat!“ Finlay ist ein Kindheitsidol des Bambikillers, seit er als Fünfjähriger zufällig Videos der CWA in die Finger bekam.

Dory Funk jr.: „Ein potenzieller Superstar“

Bereits im Teenager-Alter begann der heute 24-jährige Bambikiller seinem Idol nachzueifern: Im Jahr 1996 kontaktierte er seinen damals noch recht unbekannten Landsmann Michael Kovac, um fortan jedes Wochenende in Wien beim „Shooter“ zu trainieren. Im Jahr 2000 erwies dann der renommierte US-Trainer Dory Funk jr. dem Bambikiller die Ehre, ihn in sein „Funkin’ Conservatory“ in Florida einzuladen. „Vom ersten Moment, als ich Bambi traf, war ich der Meinung, dass er ein potenzieller Superstar ist“, befand die texanische NWA-Legende, die immerhin Größen wie Kurt Angle, Edge, Christian, Christopher Daniels oder auch Ted DiBiase ihr Handwerk beigebracht hat.

In Funks Schule hatte Bambi auch die Gelegenheit, sich den Talentscouts der WWF und der WCW zu präsentieren. Tatsächlich durfte er am 19. März 2001 vor die WCW-Kameras, wo er einen Security spielte, der die Streithähne Booker T und Scott Steiner trennen sollte. Big Poppa Pump hämmerte Bambi dabei durch einen Tisch. Dumm nur: Es war die vorletzte Nitro-Ausgabe, bevor die WWE ihre Konkurrenzpromotion aufkaufte. Mit einer großen US-Karriere wurde es also erst einmal nichts.

Bambi sollte eigentlich noch das eine oder andere Match in der WCW bestreiten, was jedoch an der fehlenden Arbeitserlaubnis scheiterte. Aus demselben Grund musste er letztlich nach Europa zurück, um sich weitere Sporen zu verdienen. Seinen größten Erfolg im Euro-Bereich feierte Bambi im Oktober 2003, als er die Schwergewichtsweltmeisterschaft der EWA gegen den amerikanischen Fleischberg Maximum Capacity in seiner Heimatstadt Leoben bezwingen konnte – vor der für hiesige Verhältnisse sagenhaften Kulisse von 1.300 Zuschauern.

Blutschlacht gegen den Grizzly

Das nächste Schwergewicht mit dem sich Bambi anlegte, war der alte Ringfuchs Cannonball Grizzly. Im Dezember 2004 nahm Cannonball dem Bambikiller in einer regelrechten Blutschlacht seinen EWA-Titel ab – und Bambi sah danach so aus, als wäre er wirklich von einem Grizzly durch die Mangel gedreht worden: Er brach sich vier Rippen „und ich habe vor lauter Blut im Gesicht nichts mehr gesehen.“ Das Kuriose an der Fehde: Wer Heel und wer Face war, hing davon ab, in welchem Land sich die beiden begegneten: In Deutschland spielte Bambi den Finsterling, während er in seinem Heimatland der umjubelte Publikumsliebling war – erst recht natürlich in Leoben, wo er sich seinen Titel im April 2005 zurückholen konnte.

Seinen großen Traum, nach Japan zu gehen, erfüllte er sich im Sommer 2005, als er für ZERO1-MAX als einziger Gaijin an dem Turnier „Fire Festival“ teilnahm, wo er so illustren Namen wie Kensuke Sasaki und Takao Omori gegenüber stand. Bambi hinterließ im Land der aufgehenden Sonne einen bleibenden Eindruck, so dass er seitdem regelmäßig in Nippon antreten darf.

Nun bekommt Bambi, die Chance, mit einem WWE-Engagement sein nächstes Traumziel zu erreichen. Vielleicht bleibt er dann auch den US-Fans nicht als der Typ in Erinnerung, der mal von Scott Steiner durch einen Tisch gehämmert wurde.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
LexLuger4ever schrieb am 01.04.2008:
[10.0] "Kurz und bündig und doch alles Wesentliche drin - so sollte es sein!"
Baby Duck schrieb am 01.02.2008:
[10.0] "Mein Landsmann und nebenbei fast Nachbar ;)"
Obermacker schrieb am 06.08.2007:
[10.0] "Kurze, aber prägnante Zusammenfassung über die Personalie Bambikiller"
Henne schrieb am 24.06.2007:
[10.0] "Alle Infos die es über Bambi gibt sind hier gewohnt gut zusammengefasst."

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