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Alex Wright: Das Wunderkind meldet sich zurück

Personalie

Veröffentlicht am: 03.02.2007, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: The Mountie
Die meisten Erzählungen über große Karrieren in Musik, Film und auch Wrestling beginnen damit, dass jemand zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Dass dieser Ort aber ausgerechnet die Sat-1-Show von Margarete Schreinemakers sein kann, darauf muss man erst mal kommen. So geschehen bei Alex Wright, als er 1994 zu Gast bei der Berufs-Betroffenen war.

Die Sendung befasste sich mit dem damaligen Wrestlingboom. Geladen waren die WCW-Stars Sting und Johnny B. Badd und auch ein PR-Manager der WCW – und eben auch der 18-jährige Wright, der als jüngster Wrestler Deutschlands ein Kuriosum war. Man kam ins Gespräch und Wright wurde zur WCW-Deutschlandtour in München eingeladen. Weil sich während der Tournee mehrere Wrestler verletzt hatten, wurde Alex gefragt, ob er einspringen könnte, er überzeugte und hatte bald darauf einen Vertrag in der Tasche.

Der Aufstieg des „Wunderkinds“

Dass Wright gleich so einen bleibenden Eindruck hinterließ kam nicht von ungefähr, denn das Wrestling hatte er praktisch mit der Muttermilch aufgesaugt. Sein Vater, der englische Euro-Veteran Steve Wright, hatte Alex schon im ans Geschäft herangeführt, als er noch kaum laufen konnte. Mit drei Jahren bekam er die ersten Ringer-Griffe gelehrt, mit acht ging es richtig los. Alex betrieb als Kind leistungsmäßig Amateurringen, Schwimmen und Gewichtheben – bei letzterem schaffte er es zum bayerischen Juniorenmeister seiner Altersklasse. Mit 16 bestritt er dann sein erstes Wrestlingmatch und machte sich daran, sich in der CWA – dem damaligen Epizentrum der deutschen und europäischen Szene – zu etablieren.

Dass es den jungen Alex so früh zu einer der größten US-Ligen verschlagen würde, hätte sich aber wohl weder Vater noch Sohn träumen lassen. Nach einem Zwischenstopp bei New Japan – wo Alex hinter dem Sieger Chris Benoit den 3. Platz beim Super Juniors Cup belegte – wurde Alex Ende 1994 Teil des regulären WCW-Rosters. Wie man sich denken kann, flog einem 18-jährigen Deutschen der Respekt der Kollegen nicht unmittelbar entgegen: Paul Roma etwa ließ ihn in einem Match bei Super Brawl 1995 absichtlich schlecht aussehen – und handelte sich dafür die Kündigung ein.

Doch trotz aller Widrigkeiten etablierte sich Alex, dem zu Beginn der nahe liegende Charakter des jungen hungrigen Überfliegers verpasst wurde. „Das Wunderkind“, wie er in den USA – wenn auch oft falsch ausgesprochen und geschrieben – genannt wurde, heimste 1995 die Rookie Of The Year Awards der WCW und der Pro Wrestling Illustrated ein, von den Lesern der damals noch sehr wrestlingaffinen Bravo Sport bekam er einen Bronzenen Otto. Bis er auch Gürtel in seine Trophäensammlung stellen durfte, dauerte es allerdings mehr als zwei Jahre. Nach einem weitgehend verlorenen Jahr 1996, in dem Alex nur zwei Pay-Per-View-Auftritte und auch sonst nicht viel Raum sich zu beweisen bekam, verlieh ihm ein Heel-Turn im Jahr darauf wieder Schwung. Mit seinem neuen Charakter als selbstverliebte, tanzende Nervensäge stieg er zum Cruiserweight- und zum Television-Champion auf – und das schien nur ein Vorgeschmack zu sein, auf das was noch kommen sollte.

Verpatzter Push als Berlyn

Zum Jahreswechsel 1998/99 verschwand Alex aus dem WCW-TV und kam in völlig neuer Aufmachung zurück. Man sah ihn im Frühjahr mit einem Gothic-Look im Publikum sitzen: Schwarzer Trenchcoat, dunkle Sonnenbrille, Metall-Accessoire am Finger und Punk-Frisur. Aus dem Wunderkind war Berlyn geworden – eine Kreation von Diamond Dallas Page, Dusty Rhodes, Wright selbst und dessen Ehefrau. Doch durch ein Ereignis, das nicht in der Hand der Liga lag, verzögerte sich Berlyns Debüt: Im April massakrierten zwei Schüler aus der Goth-Szene an der Columbine High School in Littleton 12 Mitschüler, einen Lehrer und töteten sich anschließend selbst.

Da das Berlyn-Gimmick diverse äußerliche Charakteristika mit den Amokläufern gemeinsam hatte, wurde sein Debüt auf Eis gelegt. Einige Monate später debütierte Berlyn dann doch noch, wobei sein Charakter nun jedoch in die Richtung des stereotypen Bösen Deutschen ging – mit allem was dazugehörte: Er ließ sich in einem Mercedes chauffieren, hob die Überlegenheit der deutschen Kultur hervor und sprach nur noch in seiner Muttersprache zu den Fans. Seine Tiraden ließ er von einer Dolmetscherin namens „Frau Ludendorff“ übersetzen, was als Anspielung auf den Weltkriegsgeneral und Hitler-Verbündeten Erich Ludendorff gedeutet wurde. Elemente wie diese riefen neue Kritiker auf den Plan, denen Berlyn zu sehr auf Nazi getrimmt war.

Bevor aber eine wirkliche Kontroverse erwachsen konnte, war Berlyn schon wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die Fanreaktionen blieben hinter den Erwartungen zurück und als kurz nach Berlyns Debüt Vince Russo ans Booking-Ruder kam, wurde er praktisch fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Nach einer klaren Niederlage gegen Undercarder Brad Armstrong beim Halloween Havoc war Berlyn jeder Glaubwürdigkeit beraubt. An seiner Stelle erhielt sein massiger Bodyguard, der verstorbene The Wall, einen großen, aber erfolglosen Push. Nur die deutschen Fans sollten noch eine größere Storyline um Berlyn geboten bekommen, in welcher der Brachialkomiker Tom Gerhardt den Auspuff von Berlyns Mercedes entwendete, was zu dem kuriosen „Auspuff-Match“ bei einer Deutschlandtour in Oberhausen führte.

Eine Powerbomb zum Abschied

Wenig später schlüpfte ein nun glatzköpfiger Wright wieder in seinen alten Charakter und tat sich unter dem Teamnamen „Boogie Knights“ mit Disco Inferno zusammen, mit dem er zwei Jahre zuvor schon die „Dancing Fools“ gebildet hatte. Als Bonbon für die heimischen Fans holte sich das Tänzerteam bei einer Deutschlandtour im Herbst kurzzeitig die Tag Team Titel. Noch bevor die WCW wenige Monate später ihre Pforten schloss, verschwand Wright dann wieder von der Bildfläche. Seinen finalen Auftritt hatte er im Januar 2001, als ihn Commissioner Ric Flair ihn in einer offensichtlichen Farce zum Top-Herausforderer auf den World Title seines Buddys Scott Steiner erklären wollte – was dazu führte, dass Kevin Nash Wright eine Powerbomb verpasste.

Nach dem Aus für die WCW wurde Wrights Kontrakt nicht von der WWE übernommen, da er nicht direkt bei der Liga, sondern beim Time-Warner-Konzern unter Vertrag stand. Obwohl er erst Mitte zwanzig war, kehrte er dem Wrestling den Rücken. Er war ausgebrannt und nach eigenen Angaben frustriert von den Backstage-Machenschaften in Atlanta. Wright siedelte wieder nach Deutschland über und arbeitete als Bänker und zeitweise auch als Fitnesstrainer in seiner Heimatstadt Nürnberg. Vom Wrestling hielt er abgesehen von einem Gastauftritt bei der NAWA in Uelzen 2003 Abstand.

Doch wie es in dem Geschäft so ist: Den Wrestlingvirus kann man unterdrücken, aber niemals auskurieren. Also kümmert er sich nun darum, die Wunderkinder von morgen heranzuzüchten – worauf er sich für den Moment auch konzentrieren will. Dabei ist er mit 31 Jahren selbst längst noch im allerbesten Alter. Nicht auszuschließen, dass er noch einmal wissen will. Auf Schreinemakers als Karrierehelferin dürfte er nicht mehr angewiesen sein.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
Riley Mathews schrieb am 15.06.2008:
[Kommentar] "Super das es ein Deutscher soweit bringt."
Marcy schrieb am 24.06.2007:
[10.0] "Die Geschichte ist wirklich sehr interessant geschrieben und ich denke wir können auch heute noch stolz auf Alex sein ;)"

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