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Samoa Joe: Es währte lang, wird's endlich gut?

Personalie

Veröffentlicht am: 15.04.2008, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: The Mountie
Liga: Total Nonstop Action Wrestling
Vor einigen Monaten hat Samoa Joe auf seiner MySpace-Seite einen kleinen Leitfaden veröffentlicht, was dazu gehört, ein erfolgreicher Pro-Wrestler zu werden. Ob dieser Leitfaden viele Leute ermutigt hat, diesen Beruf zu wählen, ist eher fraglich. Er beschreibt das Wrestlinggeschäft ohne Beschönigungen so wie es ist: Eine brutale Schinderei, die eine Menge Opfer erfordert, ohne dass jemand wissen kann, ob sie sich lohnen: "Das Wrestling ist dir nichts schuldig und es wird dich oft daran erinnern", hielt Joe fest. Doch Joes Werdegang zeigt, dass sich die Plackerei auch lohnen kann: Am Sonntag hat sich der Samoaner den lang gehegten Traum erfüllt und sich bei Lockdown erstmals den TNA World Heavyweight Title gesichert.

Es ist vielleicht der größte Moment seines Lebens – wobei es in der Hinsicht harte Konkurrenz in einem Augenblick aus Joes frühester Kindheit gibt. Im Jahr 1984 stand tanzte er als Fünfjähriger bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Er war Mitglied eines samoanischen Tänzertrupps, mit dem seine Familie quer durch die USA und die halbe Welt reiste – ein guter Vorgeschmack auf die berufliche Laufbahn, für die er sich später entscheiden sollte.

Stilbildende Japanreisen

Joes Wrestlingkarriere begann im September 1999, als er sich in der nicht mehr existenten Trainingsschule der United Independent Wrestling Alliance in Kalifornien einschrieb. Davor hatte er sich sportlich schon im High-School-Football und als kalifornischer Jugendmeister im Judo betätigt. In der UIWA-Wrestlingschule bekam Nuufolau Joel Seanoa den Namen, der ihn berühmt machen sollte: Weil es dort nämlich noch einen anderen Joe gab, nannte man ihn den "Samoa Joe", um Verwirrung zu vermeiden. Ein wichtiger Karriereschritt für Joe passierte dann bald darauf, als eine Matchserie mit seinem Trainer Cincinnati Red die Liga Ultimate Pro Wrestling des Sting-Entdeckers Rick Bassman auf ihn aufmerksam machte.

UPW ist eine bestens vernetzte Liga, zum einer zur WWE, zum anderen - und das war für Joes weiteren Werdegang entscheidender - über den Pazifik nach Japan. Über die Partnerschaft von UPW - wo Joe auch Freundschaft mit dem heutigen WWE-Zugpferd John Cena schloss - mit der ZERO-ONE Promotion kam Joe zu seinen ersten Auftritten im Land der aufgehenden Sonne. Und die Einflüsse, die er dort mitnahm, sollten stilbildend sein. In Japan ist Wrestling immer noch mehr Kampf- als Showsport - und genau dieses Credo wurde zu Joes Erfolgsgeheimnis: Dass er mit seiner Gangart wie einer echter Fighter wirkt.

Hart durchgezogene Schläge und Tritte, brutal anmutende Aufgabegriffe, die er sich durch intensives Training beim japanischen Submission-Guru Yoshiaki Fujiwara aneignete und als I-Tüpfelchen einige waghalsige Manöver, die man einem Mann seiner Masse für gewöhnlich nicht zutraut. Es ist diese explosive Mischung, mit der Joe seine Gegner und sich selbst so schwer schindet, dass Sorgen um seine langfristige Gesundheit sein Dauerbegleiter sind - aber eben auch restlos begeisterte Fans.

645 Tage World Champion

Zu einem nationalen Phänomen wurde Joe im Oktober 2002 praktisch über Nacht, als ihn die junge Liga Ring Of Honor für einen als einmalig geplanten Auftritt an die Ostküste holte. Als Vollstrecker seines früheren UPW-Kollegen Christopher Daniels bestritt Joe ein Match gegen dessen Fehdengegner Low Ki - und beeindruckte Fans und Offizielle dermaßen, dass er einen Monat später als fester Bestandteil der Liga angeheuert wurde. Joe sollte die Liga prägen wie kaum ein anderer – vor allem den wichtigsten Titel der Promotion sollte er erst als solchen definieren: Er nahm den ROH Title im März 2003 den unauffälligen Xavier ab, machte ihn durch Verteidigungen im Ausland zum World Title und verteidigte ihn unglaubliche 645 Tage. Ein Monster-Run, der ein gewagtes Experiment der ROH-Oberen war: Unter dem Verzicht darauf, durch Titelwechsel künstliche Aufmerksamkeit zu erzeugen, setzte man ganz auf Joes Persönlichkeit und die Qualität seiner Verteidigungen - und es klappte.

Joe wurde zum Synonym des "Champs" und zum "Hottest Act" der Independent-Szene. Weil Joe zusätzlich auch noch das beeindruckende Äußere hat, das meist Grundvoraussetzung für eine Mainstream-Karriere ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis eine der großen Ligen ihn an Bord holte. Joe entschied sich für TNA, wo sein Kampfstil weniger eingeschränkt wurde, als es beim Gang nach Stamford der Fall gewesen wäre. Und die Fans in Orlando folgten Joe schnell wie einem Sektenführer. Dass Joe zu Beginn eigentlich Heel war, machte sich akustisch selten bemerkbar.

Joe schlug ein wie eine Bombe: Seine Dreierfehde mit Daniels und AJ Styles um den X-Title setzten Standards, die die Division hinterher nie mehr erreichen konnte. Und wie schon zuvor bei ROH gegen CM Punk war Joe an dem ersten TNA-Match beteiligt, dass Ratings-Guru Dave Meltzer als Fünf-Sterne-Kampf einordnete - bei Unbreakable 2005 gegen seine beiden Erzrivalen. Und mit einer 18-monatigen Serie, in der Joe nie gepinnt oder zur Aufgabe gezwungen wurde, schuf TNA einen noch größeren Nimbus des Besonderen um den Samoaner.

Zögern vor dem letzten Schritt

Der Weg schien frei, mit Joe den letzten Schritt zu gehen. Schon 2006 forderten viele Fans, den rasanten Aufstieg der Samoan Submission Machine mit dem World-Title-Gewinn gegen den verhassten Jeff Jarrett bei Bound For Glory zu krönen. TNA aber zog mit dem alternden Sting die vermeintlich sichere Nummer vor. Ein Jahr später mit Kurt Angle an Jarretts Stelle bekam wieder der Stinger den Zuschlag - und die Zweifel an dem Vertrauen der TNA-Oberen in Joe wurden lauter. Es gab sogar Gerüchte, dass Joe genug von TNA hätte und an einen Wechsel in Richtung WWE denken würde. Dran war da wohl nichts - auch wenn Joe die Gerüchte vor kurzem noch einmal in einem Interview anheizte, um die Spannung beim Showdown gegen Angle zu erhöhen. Aber die Spekulationen taten ihr Übriges zum Fan-Gefühl, dass Joe in Orlando doch irgendwie auf verlorenem Posten stand.

Joes Titelgewinn widerlegt nun die Theorie, dass Joe keine Lobby bei den TNA-Oberen hat. Es bestätigt sich vielmehr die Version, dass man einfach nur den richtigen Zeitpunkt für den Titelgewinn abwarten wollte. Allerdings stellt sich die Frage, ob man mit dem Timing wirklich das richtige Gespür hatte. So kraftvoll wie 2005/06 ist die Euphoriewelle um Joe nicht mehr - erst die Zeit wird Auskunft darüber geben, ob die Liga den Pass auf ihre große Zukunftshoffnung nicht besser früher gespielt hätte.

Der Titelgewinn ist für Joe der Höhepunkt seiner TNA-Karriere, ihre entscheidende Phase steht aber jetzt erst bevor. Erst jetzt wird sich zeigen, ob Joe als Aushängeschild einer Promotion sein kann, die den Mainstream-Appeal beansprucht - oder ob ihm ein ähnliches Schicksal wie früher Chris Benoit beschieden ist: Dass die Hardcore-Fans ihn verehren, die breite Masse ihn aber kalt lässt - und er so zum ewigen Aushilfs-Main-Eventer verdammt ist. Die kommenden Monate werden den Weg weisen ob Joe endgültig zum Superstar aufsteigt - oder ob das Wrestling auch ihn daran erinnert, dass es ihm nichts schuldig ist.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
joerilla schrieb am 24.04.2008:
[8.0] "Gute Personalie, aber auch wenig detailiert....gab schon bessere."
jimpanse1980 schrieb am 18.04.2008:
[9.0] "Gut und auf den Punkt gebracht. Auch ich bin der Meinung, dass TNA den Titelwechsel wohl früher hätte durchziehen sollen. Mal abwarten was jetzt kommt, denn im Mainevent sind Heels doch entweder ausgelutscht (Angle, Jarret, Steiner) oder einfach zu dünn vertreten."
Pingu schrieb am 16.04.2008:
[9.0] "Gut geschrieben, vor allem das Ende offen gelassen, da es ja wirklich spannend ist was passieren wird!"

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