CAGEMATCH Logo
Nicht eingeloggt oder registriert.
Einloggen | Registrieren | Passwort vergessen?
DeutschEnglish
»  Gimmicks
»  Worker
»  TV & PPV
»  Suche
»  Ligen
»  Titel
»  Suche
»  Liste
»  Liste
»  Liste
»  Teams
»  Namen
»  Liste
»  Liste
»  Liste
»  Liste


Wusstest du schon... ?
Möchtest du gerne stöbern, weißt aber nicht, wo du anfangen solltest? Kein Problem! Mit unserem Zufallsgenerator kannst du aus über 20 Datenbanken mit insgesamt über 100.000 Einträgen eine zufällig ausgewählte Seite öffnen. Wer weiß, vielleicht entdeckst du ja einen Wrestler oder eine Veranstaltung, an die du seit deiner Kindheit nicht mehr gedacht hattest und deine Reise in die Nostalgie und die Tiefe unserer Datenbank kann beginnen.

Kofi Kingston: Vom Paradies ins kalte Wasser

Personalie

Veröffentlicht am: 02.07.2008, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: The Mountie
Liga: World Wrestling Entertainment
Man konnte meinen, dass man aus Versehen bei einem Revival-Special der Achtziger-Jahre-WWF gelandet war, als man Anfang des Jahres bei den Einführungs-Skits für Kofi Kingston einschaltete. Der Sonnyboy von der paradiesischen Insel, der mit einem Dauerlächeln seine Mitmenschen vor Taschendieben und Strandrowdys beschützte. Es ist ein Charaktertypus, wie er im Wrestling in der Attitude-Ära ausgestorben schien. Ein altmodisches Gimmick, das dem jungen Rocky Maivia fast die Karriere ruinierte, bevor aus ihm The Rock wurde. Kofi erging es anders: Er legte eine in kürzester Zeit eine steile Karriere hin, die am Sonntag mit dem Gewinn des Intercontinental Titles vorläufig gekrönt wurde.

Ist Kofis Erfolg ein Anzeichen dafür, dass sich im Wrestling eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte vollzieht? Nun, man sollte es vielleicht nicht überinterpretieren. Denn Kofis Erfolg gründet sich letztlich wohl weniger auf sein Gimmick als auf seine Energie im Ring, seine spektakulären und in der WWE nie gesehenen Aktionen und sein Talent, die Fans damit mitzureißen.

Kofi ist ein Nachwuchswrestler, wie ihn sich die WWE-Scouts erträumen: Einerseits hat er einen breit gefächerten athletischen Hintergrund: Kofi war an der High School Amateurringer und Footballer, auf dem College Kurzstreckenläufer und nebenbei sogar noch Stepptänzer in einer Gruppe, die vielleicht nicht unzufällig wie der frühere Spitzname von Mark Henry - "Sexual Chocolate" - hieß. Auf der anderen Seite ist Kofi aber eben kein Athlet, für den Wrestling nur eine Karriere-Option ist. Er ist Fan seit Kindheitstagen, als er Schaukämpfe mit seiner Bugs-Bunny-Puppe ausfechtete.

Wohlgeordnetes Leben aufgegeben

Für seine Leidenschaft gab der Spross einer Akademikerfamilie ein Leben auf, das wohlgeordnet verlaufen war: Behütete Kindheit, erfolgreicher Studienabschluss in Kommunikationswissenschaften, Annahme eines gut bezahlten Jobs als Werbeanalyst eines großen Einzelhändlers. Doch es war der erste Tag in diesem Job, der Kofi auf den Gedanken brachte, ob dieses Leben wirklich das seine war: "Ich saß im abgetrennten Raum in dem Großraumbüro, starrte auf die leeren Wände und es war deprimierend", erinnert sich Kofi. Er merkte dass der Lebensentwurf "Geh aufs College, nimm einen guten Job an und warte auf die Rente" nicht der seine war.

Kofi entschloss sich, etwas zu wagen und neben seinem Beruf zu versuchen, seinen Kindheitstraum zu verwirklichen und Wrestler zu werden. Er schrieb sich an der Schule der Independent-Liga Chaotic Wrestling in Massachusetts, wo unter anderem der WWE Hall of Famer und Triple-H-Trainer Killer Kowalski lehrte ein. Und anders als an seinem Arbeitsplatz "wusste ich gleich am ersten Tag, dass ich am richtigen Ort war". Dort entwickelte er auch sein Gimmick, das damals noch Kofi Nahaje Kingston hieß und - man glaubt es heute kaum - das eines amerikafeindlichen Heels war.

Durch sein Talent und die guten Verbindungen von Chaotic zur WWE - auch Idol Stevens, Kenny Dykstra und diverse andere wurden von der Liga an die McMahon-Company vermittelt - landete Kofi schnell einen Development-Deal und konnte den ungeliebten Bürojob aufgeben. Und er verschaffte sich in den diversen Farmligen schnell einen Ruf als "eine der heißesten Zukunftshoffnungen der Liga", wie ihn der Wrestling Observer lange vor seinem Debüt bezeichnete.

Hohe Wellen im kalten Wasser

Die WWE-Oberen teilen diese Meinung offensichtlich. Und ermutigt von den positiven Reaktionen, die er bei seinem halbjährigen Probelauf in der ECW erhielt, haben sie Kofi nun die wohl ereignisreichste Woche seiner Karriere gegönnt: Der Draft in die A-Show RAW, der Überraschungssieg und Titelgewinn gegen Chris Jericho bei Night of Champions - und fast schon vergessen: Der vorher noch erfolgte, erfolgreiche Abschluss seiner ersten großen Fehde mit einem Sieg gegen Shelton Benjamin. Ironischerweise der Mann, der vor vier Jahren mit einem Sieg über Triple H einen ähnlichen Kickstart bei RAW erhielt - und heute immer noch nicht wirklich seine Rolle in der WWE gefunden hat.

Kofi muss also gewarnt sein: Eine Garantie, dass seine Hammer-Woche auch der Auftakt einer Hammer-Karriere ist, gibt es nicht. Und man muss auch bedenken, dass Kofi von der Liga gerade mächtig ins kalte Wasser geworfen wurde - und durchaus auch schon bemerkt hat, dass dort schwerer Seegang herrscht. Die Publikumsreaktionen auf seinen Titelgewinn ließen etwas zu wünschen übrig - wohl aber vor allem, weil viele Fans den Mann aus der von nur einem Drittel der RAW-Zuschauer gesehenen ECW-Show gar nicht kannten und einen prominenteren Überraschungsgegner erwarteten. Zu einem anderen Problem könnte werden, dass die WWE CM Punk einen Tag später auf viel spektakulärere Weise ins kalte Wasser warf, die viel größere Wellen der Aufmerksamkeit schlug, in denen Kofis Sieg in der Erinnerung vieler Fans schnell untergehen kann.

Nationalitäten-Wechsel aus Karriere-Kalkül

Kofis Titelgewinn befördert ihn aber auch ins Scheinwerferlicht einer größeren Öffentlichkeit, die Dinge an selbige bringt, die für Kofi nicht sehr angenehm sind. So weist ein kurz nach seinem Titelgewinn veröffentlichter Artikel der englischen BBC-Anstalt auf einen Widerspruch bei Kofi hin, das Insidern schon länger, der breiten Fanmasse aber kaum bekannt ist: Der fröhliche Jamaikaner ist nämlich in Wahrheit kein Jamaikaner, sondern ist Sohn einer wohlhabenden Einwandererfamilie aus Ghana. Dass er den Jamaikaner gibt - mit einem Akzent, bei dem übrigens jeder echte Jamaikaner sofort weiß, was Sache ist - ist reines Vermarktungs-Kalkül. Der Durchschnittsfan kann sich mit dem Land des Reggae, der Traumstrände und der Unbeschwertheit eben besser identifizieren als mit dem fernen und fremden Afrika.

Zugespitzt kann man also feststellen, dass Kofi aus Karriere-Zwecken seine Herkunft verleugnet. Und so ist es kein Wunder, dass er das nicht ausgebreitet sehen will. Darum behauptet er selbst der BBC gegenüber hartnäckig, doch aus Jamaika zu kommen und hat sogar seine Familie mit einem Medienboykott belegt, damit sie seine Kayfabe-Fassade nicht beschädigen.

Klar, dass das im Umfeld seiner Familie nicht gut ankommt. Noch mehr aber verstört viele, dass ein Akademiker wie Kofi sein intellektuelles Potenzial in einem Wrestlingring "verschwendet". "Wie kann so jemand seine Karriere über Bord werfen für eine Gehirnerschütterung im Gesicht?", fragt etwa ein befreundeter Professor aus Kofis Heimat in dem BBC-Artikel. Kofi wird die Antwort wissen: Es ist ihm lieber als der deprimierende Blick auf die leere Wand im Großraumbüro.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
Garvin schrieb am 29.07.2008:
[10.0] "Klasse Personalie. Viele wichtige und mir auch unbekannte Informationen gepaart mit einem schön verfassten Text."
The Yeti schrieb am 04.07.2008:
[10.0] "@The Mountie: Entschuldigung, ich dachte, das wäre in etwa dasselbe, aber wenn man es so sieht, passt eine Personalie zu Kofi jetzt wohl sehr gut. An dieser Stelle wiederhole ich dann auch mal mein Lob für die großartige Arbeit deinerseits. Man kann auf dieser Site wirklich nicht meckern. Aber der Titel kommt für Kofi trotzdem zu früh ;) PS: Ich erhöhe dann gleich mal meine Bewertung von 8 auf 10."
Smi-48 schrieb am 03.07.2008:
[10.0] "Interessant aufgearbeite Hintergrundinformationen über den Tellerrand der WWE hinaus, dargelegt in einem immer besser werdenden journalistischen Stil - man erkennt immer mehr Deine Wurzeln - Bravo !"
Cena1811 schrieb am 03.07.2008:
[10.0] "Sehr informativ und gut recherchiert. Kofi Kingston ist meiner Meinung nach einer der sympathischsten und technisch besten Wrestler, die es zur Zeit in der WWE gibt. Er sollte nur mehr Promos bekommen und man sollte ihn öfter ans Mikrofon lassen. Auch als Comedy-Part könnte ich ihn mir gut vorstellen."
real american schrieb am 03.07.2008:
[9.0] "Starke Personalie, die Kofis kurze Karriere nochmal schön zusammenfasst. Das er seiner Familie eine Maulsperre verpasst um im Kayfabe zu bleiben ist für mich aber unverständlich, er sollte auf seine Herkunft schon stolz sein und zu ihr stehen."
Perry Cox schrieb am 03.07.2008:
[10.0] "Lustiger Typ, gute Personalie und gute Arbeit! Volle Punktzahl!"
Frutz schrieb am 03.07.2008:
[9.0] "Gefällt mir, hier erfährt man einiges über Kofi Kingston, was man auf der WWE-Seite nicht gleich liest."
The Mountie schrieb am 03.07.2008:
[Kommentar] "Die Personalie ist eben KEINE Biografie, sondern unter anderem genau für solche Fälle geschaffen worden, die noch keine Bio hergeben, über deren Geschichte unsere User aber trotzdem etwas wissen wollen. Von daher verfehlt dieser Einwand sein Ziel."
Horscht2904 schrieb am 03.07.2008:
[10.0] "Beinhaltet alle wichtigen Stationen seiner Karriere, genau was ich mir von einer Personalie erhoffe. Einzig das "Karriere-Zecken" könntest noch verbessern. Nichtsdestotrotz, volle Punktzahl."
Maxi22 schrieb am 03.07.2008:
[10.0] "Eine der besten Personalien, die ich bisher hier gelesen habe. Hervorragend! Weiter so!"

9.29
Aktuelle Gesamtwertung
Gültige Stimmen: 23
Anzahl Kommentare: 11
10.0 16x
9.0 7x
8.0 0x
7.0 0x
6.0 0x
5.0 0x
4.0 0x
3.0 0x
2.0 0x
1.0 0x
0.0 0x
Durchschnittswertung: 9.70
Durchschnitt nur 2008: 9.70

Deine Optionen:
- Eigene Wertung abgeben
- Eigenen Kommentar abgeben
- Jüngste Kommentare lesen
- Alle Kommentare lesen

Du hast diesen Eintrag
bisher nicht bewertet
oder kommentiert.

Sonstiges:
- Details & Verlauf
- Bewertungsguide
- Bewertungsregeln
- Hilfe und Berechnungsformel
Wrestling-Timeline: 27.12.1999
Steiner tritt der nWo bei
Scott Steiner (WCW, 1999)
WCW Monday Nitro: Aufgrund einer Rückenverletzung erklärt Scott Steiner in einer Promo seinen Rücktritt vom aktiven Wrestling. Er wird dabei von der schwarz-silbernen nWo unterbrochen, welche sich über ihn lustig macht. Später am Abend schafft es Sid Vicious, der New World Order eine Abreibung zu erteilen, bis plötzlich Scott Steiner hinter ihm auftaucht und auf ihn mit einer Krücke einprügelt. Der Rücktritt Steiners war also nur ein Verwirrspiel und stattdessen outete er sich als fünftes Mitglied der neuen nWo.


Kennst du schon diese Fehde?
Randy Orton (WWE, 2010)Edge (WWE, 2010)Vickie Guerrero (WWE, 2010)Christian (WWE, 2010)
Den Fans der WWE bot sich im ersten Jahresabschnitt 2010 ein ziemlich ungewohntes Bild: Edge, langjähriger Top-Heel der Liga, hatte plötzlich die Fans hinter sich. Weil Partner Chris Jericho dem Rated-R Superstar nach einer Verletzung in den Rücken fiel, wurde Edge auf seinem Rachefeldzug gegen den ...Weiterlesen!

Kennst du schon diese Promo?
The Ultimate Warrior (WWF, 1988)
The Ultimate Warrior: "Honky Tonk Man, you thought that it was something like out of a comic book, brother, but we're talking about real life! I was sitting in Parts Unknown waiting for the next spaceship to higher planes, and the lightning bolts came down from...Weiterlesen!

Kennst du schon dieses Bild?
definitivebradenwalkerdvdset
 
Amazon LogoWenn du über diesen Link auf die Amazon.de-Seite wechselst, erhalten wir für deine Einkäufe eine geringe Werbekostenerstattung. Du zahlst nichts zusätzlich für deine Einkäufe und hilfst uns trotzdem. Zwei Fliegen mit einer Klappe. :)
Wenn du über ein Konto bei PayPal verfügst, kannst du mit einem Klick auf den nebenstehenden Button direkt zu PayPal.com wechseln und uns mit einem kleinen Betrag unterstützen. Vielen Dank!