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Hirooki Goto: Ein Wrestler auf der Überholspur

Personalie

Veröffentlicht am: 17.08.2008, 00:00 Uhr
Kategorie: Personalie
Verfasser: STRIGGA
Liga: New Japan Pro Wrestling
Als Hirooki Goto im August des Jahres 2007 zu New Japan zurückkehrte, war er ein veränderter Mann. Goto ging als klassischer Junior Heavyweight zu einer Exkursion nach Mexiko, um dort an seinem Auftreten zu arbeiten und wichtige Erfahrungswerte zu sammeln. An seinen Fähigkeiten musste Goto nur wenig feilen, denn diese waren auch zuvor schon äußert ausgeprägt. Bei seiner Rückkehr nach Japan war von dem alten Hirooki Goto, dem Junior Heavyweight Hirooki Goto, nichts mehr übrig. Er kehrte als ein Heavyweight zurück, der 13 Kilo zugelegt hatte, aber gleichzeitig perfekt in das Profil des neuen agilen Heavyweights des neuen Jahrtausends passt. Dieser Kategorie ist auch Hiroshi Tanahashi zuzuordnen. Noch vor seiner Wandlung zum Heavyweight konnte Goto in Mexiko ein Turnier um den NWA International Junior Heavyweight Titel gewinnen. Im Finale dieses Turniers besiegte er Shocker, der sowohl in Mexiko als auch in den Vereinigten Staaten alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Nach fünf Monaten war es aber an der Zeit, den Titel abzugeben und nach Japan zurückzukehren.

Ein begnadeter Amateurringer mit Anlaufschwierigkeiten

Während seiner Schulzeit war Hirooki Goto ein guter Freund von Katsuyori Shibata, der ebenfalls einige Jahre bei New Japan aktiv war. Beide einte aber nicht nur ihre Freundschaft sowie der New Japan Vertrag, sondern vor allem auch, dass Goto ebenso wie Shibata ein hervorragender Ringer war. Sowohl im griechisch-römischen als auch im Freistil war Goto herausragend. Zu seiner Zeit an der Kokushikan Universität erhielt Goto zahlreiche Preise. Als er die Universität nach einem erfolgreichen Abschluss verließ, suchte Goto eine neue Herausforderung, welche Pro-Wrestling hieß. Er wollte bei New Japan den Durchbruch schaffen, wie es viele Amaresu Kämpfer versuchten und noch immer versuchen. Er meisterte den Aufnahmetest des New Japan Dojos, was für einen jungen Wrestler schon fast die halbe Miete bedeutet. Dann aber zog er sich eine schwere Schulterverletzung zu, weshalb er das Dojo verlassen musste. Goto erwies sich aber als wahrer Kämpfer und schaffte den Aufnahmetest im November des Jahres 2002 ein zweites Mal.

Diesmal sollte sein Pfad erfolgreicher sein und am 06. Juli 2003 debütierte Hirooki Goto schließlich gegen Ryusuke Taguchi, der Ende 2002 sein Debüt feierte. Mit eben diesem Wrestler sorgte Goto auch zum ersten Mal für Furore im New Japan Ring. Goto und Taguchi bildeten ein Gespann, das sich vornahm, die Junior Heavyweight Division aufzumischen. In der Tat konnten die beiden ein Turnier um den #1 Contender Spot auf den IWGP Junior Heavyweight Tag Team Titel gewinnen, scheiterten letztlich aber an den weitaus erfahreneren Champions Jado & Gedo.

Doch zwei Jahre später konnte Goto nach dem Sieg im Young Lion Cup auch sein erstes Gold um die Hüften schnallen. Gemeinsam mit Minoru besiegte er Wataru Inoue und Koji Kanemoto, indem er die Junior Legende Koji Kanemoto pinnte. Ein herausragender Erfolg für einen Wrestler, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal 2 Jahre im Ring stand. Nachdem das Gespann den Titel Anfang 2006 verlor, war für Goto die Zeit gekommen, nach Mexiko zu gehen, wie es schon viele japanische Wrestler vor ihm taten.

Die Rückkehr: Vom Schatten ins Licht

Die Exkursion gestaltete sich durchaus lang, etwa ein Jahr verbrachte Goto in Mexiko, doch wie schon beschrieben hat ihm dieses Jahr in Mittelamerika große Fortschritte gebracht. Seine Rückkehr feierte im August, das erste Ausrufezeichen setzte er mit einem Sieg über Takashi Iizuka, ein zweites, durchaus dickeres Ausrufezeichen war sein Sieg über Hiroyoshi Tenzan, der nach diesem Kampf für einige Monate von der Bildfläche verschwand. Gleichzeitig schien Gotos Weg nach oben überhaupt kein Ende mehr zu nehmen. Im November 2007 trat Goto dann sogar um den IWGP Heavyweight Titel an, zog aber gegen Hiroshi Tanahashi den Kürzeren. Sein Marsch gen Spitze war gestoppt – zunächst. Hirooki Goto wurde kurz nach seiner Rückkehr Mitglied der neuen Gruppierung RISE, die von Shinsuke Nakamura angeführt wurde, der einen noch steileren Karrierebeginn als Goto vorzuweisen hat.

Goto trat etwas in den Hintergrund, während Shinsuke Nakamura für New Japan stritt, den IWGP Heavyweight Titel der dritten Generation von Kurt Angle zurückzubekommen. Doch auch weiteren hatte er sich hohe Ziele gesteckt. Im Tokyo Dome suchte er die bis dato größte Herausforderung: Ein Match gegen den Great Muta. Goto musste Lehrgeld zahlen und unterlag der New Japan Legende. Gestärkt ging er aus diesem Match hervor und hatte nach Mutos Titelgewinn im April nur eines vor Augen: Gold. Goto war einer der ersten, der offen sagte, um den Titel antreten zu wollen, doch erneut musste er anderen den Vortritt lassen. Goto unterlag gegen Manabu Nakanishi, der dann gegen Muto antreten durfte, aber scheiterte.

Der Triumph im ersten G1

Dann aber war der August gekommen. Knapp ein Jahr weilte Goto nunmehr wieder in Japan und nahm seine erste Teilnahme am prestigeträchtigen G1 Climax wahr. Im Vorfeld des Turniers wurde bekannt, dass der Sieger des Climax Ende August bei All Japan gegen den IWGP Heavyweight Champion Keiji Muto antreten sollte. Niemand tippte zu diesem Zeitpunkt auf Goto, Yuji Nagata oder Shinsuke Nakamura schienen wahrscheinlichere Sieger zu sein. Doch Goto zeigte es allen. Im Windschatten seines RISE Anführers Shinsuke Nakamura gelang Goto nach Niederlagen gegen Kawada und Yoshie erneut ein Sieg gegen Hiroyoshi Tenzan sowie dann der große Wurf: Er schulterte Shinsuke Nakamura. Ein Upset, wie er im G1 Climax immer mal wieder vorkommt, war der allgemeine Tenor, aber Goto war nicht mehr zu bremsen. Sein Ziel deutlich vor Augen gewann er am Finaltag gegen Yuji Nagata und war der Sieger des Block B. Sein Gegner im Finale hieß Togi Makabe. Auch der Kettenschwingende Anführer von Great Bash Heel wurde schließlich zu Boden gerungen und Goto feierte bei seiner ersten Teilnahme am G1 Climax direkt den Sieg. Ein historischer Wurf, der Goto mit einem Mal ins Rampenlicht beförderte.

Nun ist es also Goto, der im All Japan Ring die Ehre von New Japan Wrestling zu verteidigen hat. Alle Augen werden auf Goto gerichtet sein, der für die Hoffnungen steht, den IWGP Heavyweight Titel zurück ins heimische Lager zu holen. Sollte Goto erfolgreich sein, wäre er an der Spitze angekommen. Doch selbst falls Goto nicht erfolgreich sein sollte, bedeutet ein erneutes Aufeinandertreffen mit Keiji Muto einen extremen Push. Ein junger aufstrebender Heavyweight, der es vor einer großen Kulisse mit einer Legende des Wrestlings zu tun hat, hat nichts zu verlieren, sondern kann nur gewinnen. Goto kann Respekt ernten, Goto kann Werbung für New Japan machen, aber vor allem kann Goto wieder ein Stückchen weiter ins Rampenlicht rücken.
Jüngste Kommentare der CAGEMATCH-Insassen
LexLuger4ever schrieb am 22.08.2008:
[9.0] "Wie immer gut geschrieben!"
Thomas Carlson schrieb am 18.08.2008:
[10.0] "Wirklich sehr gut geschrieben. Nun kenne ich ihn nicht aber jetzt will ich ihn wirklich kennen lernen."
DrKnowsItAll schrieb am 18.08.2008:
[8.0] "Kompakt und gut geschrieben. "

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